Bibel lesen
Wie lese ich die Bibel?
Vielleicht hast du eine Bibel geschenkt bekommen, sie aufgeschlagen, ein paar Sätze gelesen und wieder zugeklappt, weil nichts davon einen Sinn ergab. Das ist kein Zeichen, dass du zu dumm dafür bist oder dass die Bibel nicht für dich gemacht ist. Sie ist kein Buch, das sich von selbst erklärt, sondern eines, in das man sich einliest, Schritt für Schritt, mit ein paar einfachen Werkzeugen. Diese Seite zeigt dir, wo du anfangen kannst, welche Übersetzung zu dir passt und wie aus Lesen mit der Zeit ein Gespräch mit Gott wird.
Lesezeit ca. 7 Minuten
«Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.»Psalm 119,105
Wo fange ich an?
Die Bibel ist kein Buch, das du von vorn nach hinten liest wie einen Roman. Sie ist eine Sammlung aus 66 Büchern, geschrieben über mehr als tausend Jahre. Fängst du bei 1. Mose an, landest du schnell in langen Namenslisten. Leichter: eines der vier Evangelien, weil dort direkt erzählt wird, wer Jesus ist. Der Leseplan unten nimmt dir die erste Entscheidung ab: sieben konkrete Abschnitte für die ersten sieben Tage.
Schritt 1 von 7: Johannes 1,1–18
Wer ist dieser Jesus?
Der Text beginnt nicht mit einer Geschichte, sondern mit einem Satz, der die halbe Bibel zusammenfasst: Gott ist Mensch geworden. Lies langsam. Es reicht, wenn am Ende ein Name hängen bleibt: Jesus.
«Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.»
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Schritt 1 von 7: Johannes 1,1–18
Wer ist dieser Jesus?
Der Text beginnt nicht mit einer Geschichte, sondern mit einem Satz, der die halbe Bibel zusammenfasst: Gott ist Mensch geworden. Lies langsam. Es reicht, wenn am Ende ein Name hängen bleibt: Jesus.
«Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.»
Schritt 2 von 7: Johannes 3,1–21
Ein Gespräch bei Nacht
Ein angesehener Mann sucht Jesus heimlich auf, mit Fragen, die er öffentlich nicht stellen will. In diesem Gespräch fällt der wohl bekannteste Satz der ganzen Bibel: Vers 16.
«Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.»
Schritt 3 von 7: Johannes 4,1–26
Eine Begegnung am Mittag
Eine Frau, die lieber allein zum Brunnen geht, weil sie den Blicken der anderen ausweicht. Jesus setzt sich zu ihr, als wäre nichts dabei: ein Bild dafür, wie er mit Ausgegrenzten umgeht.
«Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.»
Schritt 4 von 7: Markus 2,1–12
Vier Freunde und ein Dach
Vier Freunde tragen einen Gelähmten zu Jesus und lassen ihn, weil kein Durchkommen ist, durchs Dach herunter. Jesus heilt ihn, aber das eigentliche Wunder ist ein anderer Satz, den er vorher sagt.
«Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.»
Schritt 5 von 7: Lukas 15,11–32
Ein Sohn kommt nach Hause
Eines der bekanntesten Gleichnisse von Jesus. Ein Sohn verlässt seinen Vater, verliert alles und geht zurück, ohne zu wissen, wie er aufgenommen wird. Lies, was der Vater tut, bevor der Sohn zu Ende gesprochen hat.
«Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.»
Schritt 6 von 7: Psalm 23
Ein Gebet zum Mitsprechen
Nach fünf Kapiteln Evangelium heute etwas anderes: ein Gebet, das Menschen seit dreitausend Jahren mitsprechen. Sechs kurze Verse. Lies sie zweimal, das zweite Mal laut.
«Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.»
Schritt 7 von 7: Johannes 15,1–17
Was jetzt bleibt
Der letzte Text ist auch ein Anfang: Jesus erklärt, wie ein Leben mit ihm aussieht, nicht als einmaliger Moment, sondern als bleibende Verbindung.
«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.»
Welche Übersetzung?
Die Bibel, die du geschenkt bekommen hast, ist schon in einer bestimmten Übersetzung gedruckt, und das ist völlig in Ordnung. Mit jeder der unten vorgestellten Übersetzungen kannst du anfangen. Für den allerersten Einstieg sind die verständlicheren (etwa BasisBibel oder Hoffnung für alle) der leichteste Weg. Es gibt trotzdem Unterschiede: Manche bleiben so nah wie möglich am griechischen und hebräischen Urtext, andere übersetzen sinngemäß in heutiges Deutsch. Keine davon ist falsch. Sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Lutherbibel
Wer die klassische Kirchensprache magDie klassische deutsche Übersetzung, seit der Reformation gewachsen und zuletzt 2017 überarbeitet. Bleibt bewusst nah an Luthers eigenen Formulierungen: kraftvoll, literarisch, mit kirchlicher Feierlichkeit.
Lutherbibel
Wer die klassische Kirchensprache magDie klassische deutsche Übersetzung, seit der Reformation gewachsen und zuletzt 2017 überarbeitet. Bleibt bewusst nah an Luthers eigenen Formulierungen: kraftvoll, literarisch, mit kirchlicher Feierlichkeit.
Elberfelder Bibel
Für eigenes BibelstudiumGilt als besonders wortgetreu: Hält sich so eng wie möglich an den griechischen und hebräischen Urtext, fügt kaum eigene Deutung hinzu. Sprachlich manchmal sperriger, dafür sehr genau.
Neue Genfer Übersetzung
Jugendarbeit, Hauskreise, StudierendeÜbersetzt sinngemäß in natürliches, heutiges Deutsch: kurze Sätze, alltäglicher Wortschatz, ohne locker zu wirken. Inhaltliche Genauigkeit hatte oberste Priorität; wörtliche Varianten stehen in Fußnoten. Bislang sind das Neue Testament, die Psalmen und Teile des Alten Testaments erschienen; als vollständige Bibel gibt es sie noch nicht.
Hoffnung für alle
Für den ersten EinstiegEine freie, kommunikative Übersetzung, die den Sinn des Textes in einfache, alltagsnahe Sprache überträgt. Der Fokus liegt auf dem Inhalt und seiner praktischen Bedeutung.
BasisBibel
Erste Begegnung mit der BibelKurze Sätze, klare Struktur, Erklärungen zentraler Begriffe direkt am Rand. Speziell entwickelt für alle, die zum ersten Mal in der Bibel lesen, und auch fürs Lesen am Smartphone.
Wie viel und wie oft?
Es gibt keine Mindestmenge, die zählt. Ein Kapitel am Tag ist keine Pflicht, ein Kapitel in der Woche kein Versagen. Nimm dir lieber fünf ruhige Minuten, in denen du wirklich liest, statt zwanzig, in denen deine Gedanken schon beim nächsten Termin sind. Ein fester Zeitpunkt hilft, weil Gewohnheiten leichter halten als gute Vorsätze.
Was tun bei unverständlichen Stellen?
Die gibt es, und das ist normal, auch bei Menschen, die schon lange lesen. Du musst nicht jeden Satz sofort verstehen, um weiterzulesen. Markiere die Stelle, lies weiter und komm später zurück. Oft hilft es, den ganzen Abschnitt zu lesen statt nur einen Vers. Und manchmal hilft es, jemanden zu fragen: Sprich uns gern an.
Wie wird aus Lesen ein Gespräch mit Gott?
Lesen allein bleibt oft bei Information stehen. Ein einfacher Schritt macht daraus mehr. Frag nach dem Lesen kurz nach, was für dich persönlich drinsteckt: ein Trost, eine Ermutigung, auch mal ein Stich ins Gewissen. Sprich das in ein, zwei Sätzen aus. Genau da beginnt Gebet. Die Bibel gibt dir die Worte, du richtest sie an Gott zurück. Und du liest dabei nicht allein. Als Pfingstgemeinde glauben wir, dass der Heilige Geist beim Lesen mitwirkt: derselbe Geist, der die Schreiber der Bibel bewegt hat, öffnet dir heute ihre Worte. Jesus hat das versprochen: «Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten» (Johannes 16,13). Darum lohnt ein kurzes Gebet vor dem Aufschlagen: Zeig mir, was du mir heute sagen willst. Mehr braucht es nicht. Dann kann derselbe Satz, über den du gestern hinweggelesen hast, dich heute mitten ins Herz treffen.
«Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.»
Häufige Fragen
Dazu haben wir gepredigt
Stand August 2026. Fragen und Widerspruch sind ausdrücklich willkommen: schreib uns.
