Taufe & Abendmahl
Warum wir das Abendmahl feiern
Vielleicht bist du zum ersten Mal bei uns im Gottesdienst und hast gehört, dass im Anschluss das Abendmahl gefeiert wird. Das Abendmahl ist keine geheime Zeremonie nur für Eingeweihte: Zusehen darf jeder. Am Tisch selbst nehmen aber nur getaufte Mitglieder teil, unserer Gemeinde oder einer anderen christlichen Gemeinde. Diese Seite erklärt, woher das Abendmahl kommt, was wir dabei glauben (und was nicht), warum die Teilnahme an Taufe und Mitgliedschaft gebunden ist, und was es mit der Fußwaschung vorher auf sich hat.
Lesezeit ca. 8 Minuten
«Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.»Lukas 22,19
Woher kommt das Abendmahl
Das Abendmahl ist keine Erfindung der Kirche. Es beginnt an einem ganz bestimmten Abend, kurz bevor Jesus starb. Er feierte mit seinen zwölf Jüngern das Passafest, das jährliche Erinnerungsmahl, mit dem Israel seit dem Auszug aus Ägypten feiert, wie Gott sein Volk befreit hat (2. Mose 12,14). Jesus selbst sagte vorher: «Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide» (Lukas 22,15). Mitten in diesem uralten Fest tat er etwas Neues: Er nahm das Brot, das auf dem Tisch lag, dankte, brach es und gab ihm eine neue Bedeutung. Genauso mit dem Kelch danach. Aus dem Fest der Befreiung aus Ägypten wurde in dieser einen Nacht das Fest der Befreiung durch sein eigenes Opfer. Seitdem feiert die Gemeinde nicht mehr das Passa, sondern das, was Jesus an seine Stelle gesetzt hat.
«Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis.»
Was bedeutet es
Wir glauben nicht, dass wir mit dem Abendmahl unsere eigene Rettung verdienen oder Jesu Opfer wiederholen. Es ist ein Gedächtnismahl: eine Erinnerung an das Opfer, das ein für alle Mal geschehen ist. Jedes Mal, wenn wir Brot essen und aus dem Kelch trinken, verkündigen wir dabei öffentlich, dass Jesus für uns gestorben ist, bis er wiederkommt (1. Korinther 11,26). Das Abendmahl blickt also in zwei Richtungen gleichzeitig: zurück zum Kreuz und nach vorn zur Hoffnung, dass Jesus zurückkehrt. Und es verbindet uns nicht nur mit Jesus, sondern miteinander: Weil wir alle von demselben einen Brot essen, sind wir ein Leib, so verschieden wir auch sind. Das Abendmahl ist deshalb nie eine private Angelegenheit zwischen dir und Gott allein, sondern immer auch ein Zeichen der Gemeinschaft. Als Pfingstgemeinde ist uns dabei eines wichtig: Diese Einheit stellen wir nicht selbst her. Der Heilige Geist schafft sie. «Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt» (1. Korinther 12,13). Wenn wir Brot und Kelch teilen, wird sichtbar, was der Geist längst getan hat.
«Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist's. So sind wir, die vielen, ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.»
Was passiert dabei, und was nicht
Was passiert: Es gibt Brot und Kelch, so wie Jesus es beim letzten Abendmahl vorgemacht hat. Beides sind Zeichen, also sichtbare, greifbare Erinnerungen an das, was unsichtbar längst geschehen ist: Jesu Tod für uns. Was nicht passiert: Das Brot verwandelt sich nicht in echtes Fleisch, der Kelch nicht in echtes Blut. Dazu mehr weiter unten unter «Ist das Brot wirklich der Leib von Jesus?». Genauso wenig ist das Abendmahl ein Ritual, das dich automatisch reiner oder frommer macht, nur weil du oft genug daran teilnimmst. Es lebt nicht von der Handlung selbst, sondern vom Glauben, mit dem du sie mitvollziehst.
Wer darf teilnehmen
Ohne getaufte Mitgliedschaft, bei uns oder in jeder anderen christlichen Gemeinde, darf niemand am Tisch teilnehmen. Das soll klar dastehen. Bist du (noch) nicht getauft oder (noch) nirgendwo Mitglied, bist du trotzdem herzlich eingeladen, dabei zu sein und zuzusehen. Das ist ausdrücklich erwünscht, keine bloße Duldung. Geheim ist daran nichts, du darfst alles mitverfolgen. Der Grund ist keine Hürde, sondern das, was wir oben schon gesehen haben: Das Abendmahl ist nie eine private Sache zwischen dir und Gott allein, sondern ein sichtbares Zeichen, dass du verbindlich zu einem Leib, einer Gemeinde gehörst. Genau diese Reihenfolge lebte schon die erste Gemeinde vor: Wer das Wort annahm, ließ sich taufen, und erst danach blieb man gemeinsam beständig in der Lehre, in der Gemeinschaft und im Brotbrechen. Taufe und Mitgliedschaft sind deshalb kein Filter, sondern der sichtbare Anfang genau dieses gemeinsamen Wegs. Wer teilnimmt, prüft sich vorher trotzdem selbst. Das gilt für alle am Tisch. Bist du unsicher, was das für dich bedeutet: Sprich uns einfach an. Vor oder nach dem Gottesdienst nimmt sich jemand aus dem Team gern Zeit für deine Fragen.
«Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.»
Die Fußwaschung davor
Bevor wir das Abendmahl feiern, gehört bei uns die Fußwaschung dazu, genauso biblisch begründet wie Brot und Kelch, nur weniger bekannt. Sie stammt aus derselben Nacht: Beim letzten Mahl wusch Jesus seinen Jüngern selbst die Füße und gab damit ein Vorbild: «Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen» (Johannes 13,14). Genau diesem Vorbild folgen wir als Gemeinde, deshalb ist uns die Fußwaschung wichtig, und deshalb steht sie bei uns immer vor dem Abendmahl. Erschrick nicht, wenn du das zum ersten Mal siehst.
«Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.»
Wie läuft es bei uns ab
Wir feiern das Abendmahl gemeinsam als Gemeinde, nicht allein zu Hause, und nicht jeden Sonntag, sondern an eigenen Terminen, meist im direkten Anschluss an den Gottesdienst; die Fußwaschung von oben gehört vorher dazu. Manchmal gibt es dazu am folgenden Montagabend eine Wiederholung für alle, die am Sonntag nicht dabei sein konnten. Das wird dann im Wochenplan angesagt. Bist du nicht getauft oder nicht Mitglied unserer Gemeinde oder einer anderen christlichen Gemeinde, bleibst du beim Teilen von Brot und Kelch einfach sitzen und schaust zu. Das fällt niemandem negativ auf und wird nie zum Thema gemacht. Bist du getauft und Mitglied, nimmst du einfach teil, ohne dich vorher auf einen bestimmten Ablauf vorbereiten zu müssen. Bist du unsicher oder hast du Fragen zum genauen Ablauf, bevor du zum ersten Mal dabei bist: Sprich gern jemanden aus unserem Team an. Wir erklären es dir vorab.
«Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.»
Häufige Fragen
Verwandte Themen
Stand August 2026. Fragen und Widerspruch sind ausdrücklich willkommen: schreib uns.